Logo BlowerDoor-Messungen

Der BlowerDoor-Test

Messsystem Minneapolis BlowerDoor.jpgDer BlowerDoor-Test hat sich zum Standard-Verfahren entwickelt, um die Luftdichtheit eines Gebäudes zu ermitteln. Das Verfahren dient dazu, Leckagen in der Gebäudehülle mit Hilfe eines erzeugten Unterdruckes aufzuspüren, um evtl. vorhandene Fehlstellen zu lokalisieren, beseitigen und das Gebäude vor schwerwiegenden Bauschäden zu schützen. Eine BlowerDoor-Messung sollte an jedem Neu- oder Umbau durchgeführt werden.

Ziel eines jeden Bauvorhabens ist es, eine relativ luftdichte Außenhülle an jedem Gebäude zu schaffen, um eine optimale Wohnbehaglichkeit zu erreichen und die dafür eingesetzte Energie zu minimieren. Energieeffizientes Bauen und Sanieren sind notwendig bei anhaltend hohen Energiepreisen und immer knapperen Ressourcen. Energieeffizienz und Qualität der Bauausführung sind heute entscheidende Faktoren für den tatsächlichen Wert einer Immobilie.

KfW Förderung

Wer sich für den Hausbau entscheidet und eine Förderung der KfW für ein Effizienzhaus 40, 55 oder 70 beantragen möchte, sollte einen BlowerDoor-Test im Gebäude durchführen lassen. Denn der BlowerDoor-Test ist sozusagen eine Versicherung der Anlage. Er dient als Qualitätskontrolle und sorgt für eine hohe Energieeffizienz.

Die EnEV (Energieeinsparverordnung) honoriert die Durchführung der BlowerDoor-Messung.
Bei der Förderung der KfW für ein Effizienzhaus 70 ist die Durchführung eines BlowerDoor-Tests sogar Pflicht.

Bei Gebäuden mit Lüftungsanlage gehört die BlowerDoor-Messung zum Standardverfahren, da nur mit Luftdichtheitsnachweis die Technik im Energiebedarfsnachweis berücksichtigt werden darf. Bei Niedrigenergiehäusern und Passivhäusern ist der Nachweis Pflicht.
Die KfW setzt auch beim energieeffizienten Sanieren auf BlowerDoor-Tests, je nachdem – als Vorschrift oder als Empfehlung.

  • Leckageortung bei Überdruck mit Theaternebel
  • Leckageortung mittels Anemometer
  • Leckageortung mittels Nebelmaschine

Messzeitpunkt für einen BlowerDoor-Test

Baubegleitende Messungen sind wichtig.
Der BlowerDoor-Test sollte durchgeführt werden, wenn:

  • massive Außenwände innenseitig verputzt sind,
  • die Luftdichtungsebene im Leichtbaubereich (Dampfbremse/PE Folie) vollständig angebracht und mittels Lattung gesichert ist,
  • luftdichtende Anschlüsse zwischen verschiedenen Bauteilen (z. B. an Fenstern oder Übergängen zwischen Holzleichtbau- und Massivbaubereichen) hergestellt sind,
  • Durchführungen durch die Gebäudehülle für Elektro-, Sanitär-, Heizungs- und Lüftungsinstallationen ausgeführt wurden.

Empfehlenswert ist der Zeitpunkt der Messung, an dem die luftdichte Hülle noch sichtbar ist. Denn dann können Leckagen gezielt und oft mit wenig Aufwand beseitigt werden.
Wurde keine baubegleitende Messung sondern nur eine Schlussmessung durchgeführt, besteht das Risiko, dass eventuell gefundene Fehlstellen in der Luftdichtungsebene, insbesondere im Dachbereich, nicht exakt lokalisiert und beseitigt werden können. Nachbesserungen sind in der Regel aufwändiger und mit wesentlich höheren Kosten verbunden.

Was ist vor der Durchführung des BlowerDoor-Tests zu beachten?

Planen Sie für die Durchführung des BlowerDoor-Tests etwa 3 Stunden Zeit ein. Legen Sie mir vor der Durchführung des BlowerDoor-Tests eine Berechnung der Netto-Grundfläche sowie Pläne oder Bauzeichnungen der Wohnung oder des Hauses vor, damit hieraus auch das Luftvolumen im Gebäude ermittelt werden kann.

Soll zudem Theaternebel bei der Leckagenortung im Überdruckverfahren zum Einsatz kommen, muss vor Beginn der Messung unbedingt die Feuerwehr informiert werden.

Ablauf eines BlowerDoor Tests

Für die Messung wird ein Ventilator in eine Außentür oder in ein Fenster des Gebäudes eingesetzt. Alle weiteren Fenster und Außentüren sind geschlossen, die Innentüren sind geöffnet.
Das automatisierte BlowerDoor-Messverfahren wird als anerkannte Regel der Technik nach DIN EN 13829 durchgeführt. Dazu wird mit Hilfe des BlowerDoor-Ventilators kontinuierlich so viel Luft aus dem Gebäude gesogen, dass ein nicht wahrnehmbarer Unterdruck von 50 Pascal im Gebäude erzeugt wird. Sind Leckagen in der Gebäudehülle vorhanden, strömt durch diese Außenluft ins Gebäudeinnere. Je mehr Luft der Ventilator nach außen bzw. nach innen fördern muss, um eine gewisse Druckdifferenz aufrecht zu erhalten, umso weniger luftdicht ist das Gebäude.
Bewohner können ohne Beeinträchtigung während der Messung im Gebäude bleiben.
Während des Gebäuderundganges werden die im Haus vorhandenen Luftströmungen per Luftgeschwindigkeitsmessgerät oder Infrarot-Thermografie lokalisiert.

Über die Qualität der Gebäudehülle gibt dann der so genannte n50-Wert Auskunft. Laut EnEV gilt für Einfamilienhäuser ohne Lüftungsanlagen ein Grenzwert n50 von maximal 3,0 [1/h]. Das heißt, bei einer Druckdifferenz von 50 Pascal darf sich das Luftvolumen des Gebäudes maximal 3-mal pro Stunde austauschen. Für Gebäude mit raumlufttechnischen Anlagen beträgt der Grenzwert 1,5 [1/h]. Für Passivhäuser gilt als Grenzwert bei einer BlowerDoor-Messung ein n50-Wert von maximal 0,6 [1/h].

Typische Leckagen in einem Gebäude

Undichtheiten treten meist an Anschlüssen und Durchdringungen auf, z. B.:

  • bei Verbindungen und Stößen von Bauteilen
  • bei Rohr- und Kabeldurchführungen
  • bei Türen und bodentiefen Fenstern im ausgebauten Dachgeschoss
  • an Stoßstellen verschiedener Baumaterialien (z.B. Massiv-/Leichtbau)
  • bei Anbauten und Erkern
  • an Fenster- und Außentürlaibungen
  • bei Dachflächenfenstern, Gauben, Bodenluken
Rufen Sie uns einfach an unter der Tel. 06036 9846034 oder verwenden Sie das Kontaktformular.
Exakte Thermografie einer Luftleckage während des BlowerDoor-Tests:

Leckageortung mittels Wärmebildpyrometer